Die Statistik der Berliner Flughafengesellschaft ist eindeutig. Im April 2013 gab es in Tegel 14.662 Flugbewegungen, das sind satte 9,5% mehr als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig starteten oder landeten in Schönefeld 5.498 Maschinen, was ein Minus von 6,5% bedeutet. Also nicht nur der gesamte Zuwachs im Berliner Luftverkehr, sondern auch ein Teil der Flüge aus Schönefeld startet mittlerweile von Tegel. Einem Flughafen, der spätestens seit dem Juni 2012 geschlossen sein sollte. Die Geschichte ist bekannt. Der BER, Chefsache des Regierenden Bürgermeisters, ist gescheitert. Ein neuer Eröffnungstermin ist nicht in Sicht. Also bleibt Tegel einfach weiter offen.
Für die Anwohnerschaft in Reinickendorf, Spandau, Charlottenburg, Wedding und Pankow heißt das, mehr Lärm denn je. Und vor allem immer später am Abend. Bündnis 90/Die Grünen wollen ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Nicht nur in Tegel, sondern auch am neuen BER. Aktuell genehmigt der Berliner Senat für Tegel immer mehr Starts bis 23:30 und Landungen bis 24 Uhr. Das muss sich dringend ändern. Außerdem steht die Frage nach Lärmschutzmaßnahmen oder finanziellen Entschädigungen. Die Genehmigung für Tegel ist letztlich eine Bestandsregelung. Ein neuer Flughafen würde in dieser Lage nicht mehr genehmigt werden. Deshalb ist es wichtig, von den bezirklichen Mitgliedern in der Fluglärmkommission und dem Berliner Senat als Genehmigungsbehörde zu fordern, dass der Flugverkehr in Tegel eingeschränkt wird.
Der beste Schutz gegen Fluglärm ist es, wenn weniger geflogen wird. Verbesserte Bahnanbindungen sollen zukünftig mehr Flüge ersetzen. Starten Sie am Hauptbahnhof.
Gastautor: Andreas Otto, MdA
Baupolitischer Sprecher der bündnisgrünen Fraktion im Abgeordnetenhaus;
Obmann im Untersuchungsausschuss BER
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